Anlässe Detail

Mittwoch, 25. August 2021, 19.30 Uhr, dritter Raum, Kunsthalle Winterthur

Umgang mit Geschichte: Die Hitlereiche in Winterthur

Eichen sind in unseren Breitengraden weit verbreitet und nichts Aussergewöhnliches. Darum käme wohl niemand auf die Idee, dass eine Eiche in Winterthur den Status eines Denkmals hätte. Das Exemplar steht ausladend beim trostlos anmutenden Parkplatz beim Sportplatz Deutweg. Abgetrennt durch einen Zaun, kaum sichtbar, ein simpler Stein mit einer Plakette. Darauf der Hinweis, dass Georg Miez, ein Kunstturner aus Töss, anno 1936 an den Olympischen Spielen in Berlin eine Goldmedaille gewonnen hat. Nicht erwähnt ist, dass es sich um ein Geschenk des Führers Adolf Hitler handelte, der den Gewinnern als Zugabe einen Eichensetzling schenkte. Erst durch die Presse, weil angeblich der Platz als Aufmarschort von Anhängern des Islamistischen Staats genutzt wird, wurde bekannt, dass es sich um eine Hitlereiche handelt und eine jüdische Kultusgemeinde in Israel gefordert hat, den Baum zu fällen. Wie damit verfahren? In der Diskussion werden der Umgang mit Geschichte und die Forderungen, Erinnerungsgegenstände zu eliminieren, sowie die Rolle der Presse beleuchtet. Zudem werden Ideen entworfen, wie man den Ort aufwerten könnte.

Mit Gregor Frehner, Bildhauer und Restaurator, diskutieren Stadtrat Stefan Fritschi, Vorsteher Departement Technische Betriebe Winterthur, und Christian Saehrendt, Kunsthistoriker, Publizist und Autor.

Eintritt frei/ Kollekte

Das Café des Arts-Team freut sich auf Ihren/euren Besuch!